Wie oft höre ich das von Menschen: "Aber der muss doch ...!". Und wenn der Hund das dann nicht tut, dann schwingt in diesem Satz eine gehörige Portion Empörung mit. Und oft kann ich das sogar verstehen: der muss doch kommen, wenn ich rufe, sonst jagt der Nachbars Katze. Der muss doch ruhig bleiben, wenn er alleine bleibt, sonst kann ich ja nicht mehr weggehen! Die andere Variante ist: "Der darf doch nicht ...!" - den Nachbarn anspringen, Essen von der Anrichte klauen, ... Und dann heißt es: da muss du dich eben mal durchsetzen.
Mir geht dann durch den Kopf: "Muss der das wirklich?! Oder will ich, dass er das tut?" Und was ist die Konsequenz, wenn er nicht tut, was er muss?
"Müssen" hat etwas mit Konsequenzen zu tun und damit, wie dringend ich diese Konsequenzen vermeiden will. Im Grunde müssen wir nur eins: sterben. Bisher können wir das nicht ändern, das wird unweigerlich irgendwann passieren. Alles andere können wir auch lassen. Manchmal müssen wir dann eben sterben. Aber wer will das schon!
Also tun wir viele Dinge, obwohl wir sie nicht wirklich müssen, wir werden die Konsequenz überleben. Aber wir wollen sie nicht erleben. Und dann nennen wir das müssen.