Wenn Hunde sich in einer Hundebegegnung so aufregen müssen, ist die Frage - wie immer in unserem Training - welches Bedürfnis steckt dahinter? In den allermeisten Fällen will der Hund den anderen vertreiben. Wer sich so aufgeregt und aggressiv gebärdet, stößt sein Gegenüber ab und erreicht damit mehr Abstand. Manchmal ist der Grund für die Reaktion aber auch Frustration oder gar eine Kombination von beidem:
Angst: dein Hund hat irgendwann einmal schlechte Erfahrungen mit Artgenossen gemacht und will sie nun vertreiben. Er hat die Erfahrung gemacht, dass sein Gegenüber weggeht und er damit die Hundebegegnung vermeiden oder beenden kann.
Frustration: dein Hund würde andere Hunde gerne treffen und hat nicht gelernt, was er tun kann, wenn das mal nicht geht. Vor lauter Frustration, ist er so aufgeregt, dass er bellt und nach vorne springt. Häufig reagieren Menschen dann mit dem Gedanken: "Ach wenn er doch so gerne dahin möchte" und verstärken ungewollt die heftige Reaktion. Eine Hundebegegnung unter diesen Bedingungeng besser zu gestalten ist gar nicht so einfach.
Die Kombination: Deine Hündin hat in Hundebegegnungen aus Frustration ein unangemessenes Verhalten gezeigt und es wurde versucht durch Einschüchterung, Schreckreize und ähnliche aversive Maßnahmen, das Verhalten zu unterdrücken. Sie hat also gelernt: "Jede Hundebegegnung führt zu Angst, Schreck oder im schlimmsten Fall sogar zu Schmerzen. Auf jeden Fall wird meine Bezugsperson unangenehm und steht mir nicht zur Seite." Jetzt löst der Anblick von Artgenossen Angst vor der Reaktion der Bezugsperson aus und sie möchte die anderen Hunde vertreiben.
Eure Beziehung leidet und der Hund hat immer weniger Vertrauen zu dir. Er muss sich also immer mehr auf sich selbst und die einzige erfolgreiche Strategie verlassen, die bisher sein Problem gelöst hat.
Problematische Hundebegegnungen sind ein Hauptthema in vielen Hundeschulen. Aber wie kann es dazu kommen? Ein Beispiel findest du in folgendem Artikel: